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Vortrag am 30. Mai

Mai 14, 2012

Die Sonderbewusstseinszone
Zum Zusammenhang von Ostidentität und nationalem Sozialismus

Es ist alles andere als ein Zufall, dass sich der „Nationalsozialistische Untergrund“ in Jena gründete und sich im Landstrich zwischen Ostsee und Erzgebirge pudelwohl fühlte. Während in der alten Bundesrepublik die Präsenz der Westalliierten die Westbindung Konrad Adenauers forcierte und zumindest oberflächlich ein Zivilisationsschub stattfand, wurde in der nestwarmen Nischengesellschaft der DDR jener unheimliche Gemeinschaftsgeist konserviert und weiter kultiviert, der den Nationalsozialismus zur Massenbewegung werden ließ. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die Zonis auch mehr als zwanzig Jahre nach der Wende von der Vorstellung beherrscht werden, sie stünden für menschliche Wärme, Nähe und Geborgenheit, wohingegen den als Kolonisatoren wahrgenommenen arroganten „Wessis“ soziale Kälte, Egoismus und Unpersönlichkeit zur Last gelegt werden. In Abwehr dessen gleicht der Osten einer Trutzburg, wo kollektiv die eigene Opferrolle beschworen und reproduziert wird; wo man sich beständig verfolgt oder betrogen wähnt; wo jedes individuelle Unglück als Angriff einer äußeren Macht auf das eigene Kollektiv halluziniert wird. Wer also den Entstehungsbedingungen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ auf den Grund gehen will, hat dementsprechend weniger über Nazistrukturen, die NPD oder „braune Häuser“ zu sprechen. Er müsste vielmehr das im Wortsinn national-sozialistische Erbe der DDR und die Partei, die den Osten wie keine andere Größe prägt – und in der sich all das, was die Zone so eklig macht, wie in einem Brennglas verdichtet –, in den Fokus rücken: die Linkspartei.

Vortrag und Diskussion mit Mario Möller und Jan-Georg Gerber

Mario Möller schreibt für Bonjour Tristesse und veröffentlichte in Jungle World Artikel zum Thema.
Jan-Georg Gerber schreibt regelmäßig u.a für die Bahamas. Er ist Autor und Mitherausgeber mehrerer Bücher über die zeitgenössische und historische (radikale) Linke.

30.05.2012 Universität Jena, Hörsaal 8 // 19 Uhr

Vortrag am 09.05.

April 13, 2012

Märchen vom Markt
Ökonophysik als Vesuch das Kapital zu rationalisieren

Für jeden Unfug zu haben, weil es selbst der Größte ist, sanktioniert das Kapital noch jede Wissenschaft in ihrem Bestreben, das gesellschaftliche Unwesen nicht als ein solches zu Bewusstsein zu bringen. Neueste Erscheinung der Ideologieproduktion ist die Ökonophysik (Econophysics). Mittels physikalischer Methoden und Theorien wollen so genannte Ökonophysiker der politischen Ökonomie zu Leibe rücken und robuste gesetzmäßige Zusammenhänge innerhalb der Dynamik kapitalistischer Märkte erforschen. Auf den ersten Blick ließe sich dieser Anspruch mit dem Hinweis auf den offenkundigen praktischen Misserfolg des ökonophysikalischen Unterfangens abtun. Hätten Wissenschaftler tatsächlich zuvor unbekannte robuste Marktgesetze auch nur im Ansatz entdeckt, so hätten sie mit ihrer Hilfe ein anhaltend prosperierendes Geschäft entwickeln können und müssten sich nicht mit drittmittelfinanzierter Grundlagenforschung oder dem Gnadensalär eines Staatsbüttels zufrieden geben. Um aber wenigsten die Projektförderung und Staatsentlohnung nicht zu riskieren, so zeigt ein zweiter Blick, darf der andauernde Misserfolg, gleich dem offenkundigen Unfug von Lottosystemen oder Chartanalysen, nicht demotivieren, muss vielmehr produktiv gewendet zu immer neuen Forschungsleistungen anspornen: Der Versuch, sich mittels Kapital zu reproduzieren, lässt den Wunsch nach quasi naturgesetzlich-logisch gesichertem Einkommen wachsen, wofür die Einsicht, ihn unmöglich realisieren zu können, hinderlich ist und verdrängt werden muss.

Der Vortrag widmet sich der Frage, wie physikalische Wissenschaft, die den Menschen wertvolle Erkenntnisse über Vermittlungen der bloßen Natur geliefert hat und mit dieser Art von Aufklärung erlaubt, Natur in wichtigen Teilen zu beherrschen und nutzbar zu machen, durch die Ökonophysik zugerichtet wird. An welcher Stelle gibt die Ökonophysik den naturwissenschaftlichen Wahrheitsanspruch systematisch auf und mit welchen theoretischen Mitteln versucht sie die kapitalistische Ökonomie gegen jede Evidenz als im Ganzen rationale Veranstaltung auszugeben?

Vortrag und Diskussion mit Jörg Huber (Freiburg)

Jörg Huber ist Physiker und beschäftigt sich mit der Kritik naturwissenschaftlicher Welterklärungen; zuletzt erschien von ihm ein Artikel zu Nassim Taleb und anderen Apologeten des Kapitals in der Zeitschrift Bahamas.

09.05.2012 Universität Jena, Hörsaal 6 // 19 Uhr

Vortrag am 18.04.

März 31, 2012

Nur ein Stück Stoff?
Zum Verhältnis von Religionskritik und Islamkritik anhand des Kopftuchs

Im September letzten Jahres avancierte ein Papstbesuch dem religionskritischen Protestlager Thüringens zur „Feier einer zutiefst reaktionären und menschenfeindlichen Ideologie“(1). Ausgerechnet in Zeiten, in denen die Kirchenaustritte Höchstwerte erreichen und die Macht dieser Institution in Europa längst gebrochen ist, sich der Katholizismus also auf einem fulminanten Rückzug befindet, wird seinem Oberhaupt z.B. von Alan Posener „ein Feldzug gegen die Errungenschaften der Moderne“ angedichtet. Nur aufgrund solcher Realitätsverweigerung eignet sich Benedikt als vereinigendes Feindbild für Leute wie Posener und seine (häufig linken) Adepten, deren Verfolgungssehnsucht sich zunächst als allgemeine Religionsfeindschaft Bahn bricht. Bevorzugtes Ziel dieser Agitation ist ausgerechnet jene Religion, die in Europa als Statthalterin der Sehnsucht nach einem besseren als dem tatsächlichen Leben im irdischen Jammertal und damit als Stichwortgeberin für die Aufklärung fungierte. Jener Religion also, in deren Einflussbereich sich die doppelt freie Arbeitskraft und damit das Individuum, wenn auch nur in die bornierte Subjektform gebannt, als Rechtsgut entwickelten, werden so schwerwiegende Vorwürfe gemacht wie dieser: „Die katholische Kirche, als weltgrößter Männerbund, hat sich seit je her der sexuellen Selbstbestimmung der Menschen in den Weg gestellt und propagiert ein patriarchales und sexistisches Familienkonzept, das Frauen auf die ihnen zugeschriebene Rolle williger Gebärmaschinen reduziert“.

Was, wäre es als historische Beschreibung gemeint, womöglich noch einen Funken Wahrheit enthielte, trifft im 21. Jahrhundert jedoch insbesondere auf den Islam zu. Alles andere als ein harmloses, unpolitisches Ritual hat er in seinem Einflussgebiet nicht nur die Entstehung selbst bornierter Subjektivität schlicht verhindert; heute bekämpft er dieselbe und jeden Anschein von Individualität als seine größte Bedrohung. Das Kopftuch ist dabei nicht nur Symbol des großen Djihads gegen die eigene „Triebseele“ wie des kleinen Djihads gegen die äußeren Feinde (Juden, Westler, Homosexuelle, etc.), sondern auch materielles Herrschaftswerkzeug phallozentrisch-patriarchaler Sexualpolitik. Naheliegend, dass Teile des bürgerlichen Feminismus – wie z.B. Alice Schwarzer oder der Zentralrat der Ex-Muslime – die „kopftuchfreie Schule“ – ein Kopftuchverbot also nicht nur für Lehrerinnen, sondern auch für Schülerinnen – als effektive Maßnahme gegen Islamismus und für Integration ins öffentliche Gespräch gebracht haben. Wenig überraschend, dass diese Parteinahme für die „politische Emanzipation“ (Marx) unter Linken auf wenig Gegenliebe stößt. In ihren dummen, mitunter noch antirassistisch aufgeladenen Verweisen auf die Religionsfreiheit und/oder die Freiwilligkeit sogenannter selbstbewusster Kopftuchträgerinnen agieren sie als Bewahrer des Status Quo. Dass gerade letztere – also auch muslimische Täterinnen – Teil des Problems sein könnten, dass die bürgerliche Religionsfreiheit nicht nur freie Religionsausübung, sondern auch Freiheit von Religion meint, und damit bereits ein säkularisiertes Verständnis von Religion als Privatschrulle voraussetzt, kann ihnen gar nicht in den Sinn kommen. Denn sie können Islamkritik nur als Religionskritik und Religionskritik nur noch als atheistisches Ressentiment denken und wie viele paternalistische Islamkritiker wollen sie von der aktiven und herrschaftsausübenden Rolle von Frauen unter grüner Flagge nichts wissen.

Vortrag und Diskussion mit Thomas Maul

Thomas Maul schreibt für die Bahamas und ist Autor des Buches „Sex, Djihad und Despotie. Zur Kritik des Phallozentrismus“ (ça ira Verlag: Freiburg i. B. 2010)

18.04.2012 Universität Jena, Hörsaal 8 // 19 Uhr

(1) Nicht anderweitig ausgewiesene Zitate sind dem Aufruf gegen den Papstbesuch des Bündnisses „Heidenspaß statt Höllenangst“ entnommen.

Vortrag am 23.04.

März 29, 2012

Verratenes Israel
Der Westen und Deutschland als Förderer des iranischen Regimes

Der Konflikt um das iranische Atomprogramm spitzt sich gefährlich zu. Teheran droht vor dem Hintergrund der Sanktionen des Westens mit einer Blockade der Straße von Hormus. Die Meerenge ist eine der strategisch wichtigsten Handelswege. Die USA reagierten bereits und sandten Flugzeugträger in die Region. Israel sieht sich auf Grund des bisherigen Verhaltens des Westens genötigt, über einen Präventivschlag gegen Irans Nuklearanlagen nachzudenken, denn das iranische Regime, das den Holocaust leugnet, hat dem jüdischen Staat mehrfach unverhohlen mit der Vernichtung gedroht.

Trotz aller Sanktionen ist die Bundesrepublik, die sich – zumindest was die offizielle Politik betrifft – rhetorisch gerne an die Seite Israels stellt, bis heute die wichtigste Stütze des Regimes aus Ajatollahs und Pasdaran, das fieberhaft daran arbeitet, sich mittels seines Nuklearwaffen- und Raketenprogramms, das aus den Einnahmen des Außenhandels finanziert wird, die entsprechenden Mittel für seine Vernichtungsdrohungen und -phantasien zu beschaffen.

Niemand vermag mit Gewissheit zu sagen, wie groß im postnazistischen Deutschland die insgeheime Bewunderung für diesen antiwestlichen Furor des iranischen Regimes ist, das mit seiner Propagierung eines dritten Weges zwischen ‚Osten‘ und ‚Westen‘ sowie seinem von konkurrierenden Rackets beherrschten Unstaat durchaus in der Tradition des Nationalsozialismus steht, die es als moderne Theokratie mit einem „gemeinsamen Oberkommando Allahs und seines Propheten“ (Gerhard Scheit) in anderen Fragen jedoch wieder verwirft. Was die Deutschen mehrheitlich von jenem Staat denken, dem die Machthaber in Teheran Tod und Verderben an den Hals wünschen, ist hingegen bekannt: 2003 hielten 65 % der Deutschen laut einer EU-Umfrage Israel für „die größte Gefahr für den Weltfrieden“. 2004 erklärten über die Hälfte der Bundesbürger: „Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben.“ Knapp 70 % waren der Meinung, Israel führe „einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“. 2007 positionierten sich laut einer BBC-Umfrage 77 % der Deutschen eindeutig negativ gegenüber Israel, das jeden Deutschen alleine durch seine Existenz an Auschwitz und Majdanek, an Treblinka und Sobibor erinnert.

Dass sich derartige Einstellungen keineswegs automatisch auf die Nahost-Politik der deutschen Regierung auswirken, liegt in erster Linie an jener special relationship, die dem postnazistischen Deutschland in der Nachkriegszeit zu Israel aufgenötigt wurde. Deutschland sah und sieht sich noch weitgehend gezwungen, israelische Anliegen in internationalen Gremien in der Regel zu unterstützen, solange sie deutschen Wirtschaftsinteressen nicht allzu sehr entgegenstehen. Die Deutschen tun so, als würden sie plötzlich Juden mögen und sich aus ehrlicher Scham über die deutsche Geschichte um das Wohlergehen des jüdischen Staates sorgen.

Vor diesem Hintergrund kann die Tatsache, dass der Bundestag das einzige europäische Parlament ist, in dem nach dem Aufbringen der Hamas-Solidaritätsflotte durch die israelische Armee im Sommer 2010 eine Resolution gegen das Vorgehen der IDF ohne Gegenstimmen verabschiedet wurde, durchaus als Schritt hin zum Bruch mit der postnazistischen Normalität gesehen werden, in der die stets behauptete ‚Verpflichtung‘ gegenüber Israel zu den letzten noch sichtbaren Resten der Erinnerung an die deutsche Schuld gehört. Noch deutlicher als vor zehn Jahren zeigt sich heute, dass sich in Deutschland das Nachleben des Nationalsozialismus nicht in der Gefahr faschistischer Massenaufmärsche und auch nicht in einem klassischen Geschichtsrevisionismus artikuliert, sondern etwa im Appeasement gegenüber dem Iran, anderen islamischen Djihadisten und in der Delegitimierung des Zionismus; eine Delegitimierung, die einstweilen im politischen Mainstream noch als Kritik an der konsequenten Selbstverteidigung Israels daherkommt, während der Frontalangriff auf den jüdischen Staat in der Regel Islamisten, Nazis und – derzeit in Europa am publikumswirksamsten – vermeintlich radikalen Linken überlassen bleibt.

Vorträge und Diskussion mit Stephan Grigat und Sebastian Mohr

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bündnisses STOP THE BOMB, freier Autor und Mitherausgeber von „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer“ (Wien 2008) sowie „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung“ (Wien 2010).

Sebastian Mohr ist Mitarbeiter des Mideast Freedom Forum Berlin und des Bündnisses STOP THE BOMB in Deutschland sowie Vorstandsmitglied der deutschen Sektion der Scholars for Peace in the Middle East.

23.04.2012 Universität Jena, Hörsaal 5 // 19 Uhr

Veranstaltet von STOP THE BOMB Jena in Kooperation mit der Association Pomme de Terre.

Jenaer Zustände

März 11, 2012

Gegen linksdeutsche Schläger in der JG-Stadtmitte Jena!

Am 11. Februar 2012 wurden Freunde Israels in der JG-Stadtmitte Jena beleidigt und tätlich angegriffen. Wie von einem der Betroffenen zu erfahren war, schlugen nach verbaler Auseinandersetzung 15 bis 20 Besucher der JG auf ihn und seine Freunde ein, stießen sie umher, riefen „antideutsche Fotzen“ und nötigten sie im Verbund mit einem Teil des anwesenden JG-Personals zum Verlassen der Örtlichkeit. Den Schlägern genügte mitunter eine ihnen nicht genehme Kleidung. – Nur so lässt es sich deuten, dass die Angegriffenen, von denen einige Hemden trugen und auch sonst nicht dem linken Schmuddel- und Outdoor-Chic entsprachen, dem Vernehmen nach von ihren Peinigern auch als „Popper“ beschimpft wurden.

Dieser Angriff bildet den vorläufigen Höhepunkt einer Hetze gegen all jene, die von linken Heimatschützern in der Saalestadt als antideutsche Störer ausgemacht werden. Ihm ging eine Reihe aus verbalen Attacken, Lügen und Sachbeschädigungen seit Februar letzten Jahres voraus. Parteigänger der studentischen Wahlliste Stur-A-ktiv etwa verleumdeten die von der Association Pomme de Terre eingeladenen Referenten Justus Wertmüller sowie Stephan Grigat und damit die Association selbst als Rassisten, dichteten Wertmüller die Rechtfertigung von Vergewaltigungen an und versuchen seit unserer Erklärung vom 4. Juli 2011, mit einem an den Haaren herbeigezogenen Anti-Antifa-Vorwurf, sich als Opfer zu stilisieren und uns als Nazis zu diskreditieren.

Linke Heimatschützer gehen nicht zimperlich mit jenen um, die sie als Rassisten und Sexisten – gar Nazis – an den Pranger stellen. Dabei weiß man durchaus arbeitsteilig und voneinander unabhängig zu agieren. Geistige Brandstifter liefern die zur Feindbestimmung erforderlichen Stichworte, ohne darum selbst Hand anlegen zu müssen. Unabhängig vom antiintellektuellen, stur aktiven Überbau übernehmen den handwerklichen Part Schläger. Mit Parolen versorgt, fühlen sie sich unter Berufung auf das Bandenrecht ermutigt, den eigenen Dunstkreis sauber zu halten und selbstbestimmt zur Tat zu schreiten.

Tobte sich der Mob im Mai 2011 noch an den Fahnen der Westalliierten, die im Gedenken an den Sieg über Deutschland vor der JG-Stadtmitte hingen, aus, wurde im Juni unter Hinweis auf unsere angebliche rechtsextreme Gesinnung einem Gastwirt zur Absage des zugesicherten Veranstaltungsraumes geraten und für den Fall der Zuwiderhandlung Krawall angedroht. Acht Monate später muss jetzt der erste tätliche Angriff auf Leute, die in den Augen ihrer Peiniger als Antideutsche gelten, dokumentiert werden.

Dabei spielt es letztlich keine Rolle, dass vor dem Angriff einige der Betroffenen selbst inakzeptable Äußerungen von sich gegeben haben sollen. Denn wer mit der Feindmarkierung „antideutsche Fotzen“ und „Popper“ auf andere losgeht, dem ist es im Grunde egal, wie sich die von ihm als Antideutsche Identifizierten konkret verhalten, der sucht sich seinen ‚Anlass’, um gegen jene vorzugehen, denen der Vorwurf, „die linke Szene von innen zerschlagen“¹ zu wollen, entgegen hallt. In aller Deutlichkeit bringt das ein gewisser Max aus Weimar zum Ausdruck, wenn er auf antifa-jena.info zu Protokoll gibt: „wäre ich dabei gewesen, hätte ich euch auch praktisch gezeigt, das ich nicht länger dazu bereit bin, mich sachlich mit Leute auseinander zu setzen, die mehr Wert darauf legen linken Strukturen zu schaden, als Nazis zu bekämpfen. […] Wer NUR spaltend, hetzend, zersetzend, … in der linken/linksradikalen Szene wirkt, sich OFFEN gegen sie stellt, braucht sich nicht zu wundern, wenn es/sie aus den Strukturen GEKICKT wird. Das bezieht sich nicht (nur) auf die JG, oder Jena im Allgemein, sondern sollte überall so sein, wo ihr ‚Opfer’ Höhenflüge kriegt.“²

Dagegen versichern wir denen, die Angriffsziel des linken Heimatschutzes geworden sind, unsere Solidarität und Unterstützung. Zugleich wollen wir ihnen den Rat mit auf den Weg geben, sich keinesfalls auf das Recht des größeren Faustkeils einzulassen, sondern die zivilisatorische Errungenschaft des bürgerlichen Rechts zu bemühen. Zeigt die Schläger bei den Strafverfolgungsbehörden an und verklagt sie zur Zahlung von Schadensersatz.

Von der JG-Stadtmitte Jena erwarten wir eine umfassende Unterstützung der Betroffenen, insbesondere bei deren juristischer Interessenwahrnehmung. Darüber hinaus erwarten wir eine offene und konsequente Auseinandersetzung der JG mit ihrer Klientel. Nicht zuletzt daran wird sich zeigen, ob die in der JG hochgehaltene Parteinahme für Israel – so defizitär sie im Einzelnen auch sein mag, zumindest führt sie dazu, dass israelsolidarische Referenten wie Stephan Grigat eingeladen werden – ernst zu nehmen ist oder nur eine weitere Phrase für den linksalternativen Bewegungssumpf abgibt. Es darf keinen rechtsfreien Raum für linksdeutsche Szenemilizen geben, auch dann nicht, wenn der Raum JG-Stadtmitte Jena heißt.

Association Pomme de Terre

Jena / März 2012


¹ „dieter thomas heck“, ² „Max_mustermann“
Beide Kommentare auf http://antifa-jena.info.tm/post/18310067298 (Fehler u. Hervorhebungen im Original).

Vortrag am 24.01.

Dezember 21, 2011

Hier stehe ich, ich kann nicht anders.
Die Wutbürgerproteste und der Umschlag von ethischer in praktische Gewalt

In nichtrevolutionären Zeiten pflegen sich die nach innen gestaute Wut, der Neid und das Ressentiment der Massen in aktionistischen Ersatzhandlungen Bahn zu brechen, die wahlweise “Revolten” oder “Aufstände” genannt werden und, wenn es ganz schlimm kommt, zur authentischen Tathandlung der zum Volk zusammengeschweißten freiwillig Entmündigten eskalieren. Der prospektive Feind solcher im Pogrom zu sich selbst kommenden Aufstandseuphorie ist von der „Occupy“-Bewegung ebenso abstrakt wie konkret mit dem Slogan „Eine Welt ohne 1 % ist möglich“ benannt worden: Egal, wer sich in welcher Zahl und an welchem Ort zum spontanen Kollektiv zusammenklumpt, es gibt immer das eine Prozent, das aus der Welt geschafft werden muß, damit die anderen sich wohlfühlen können. Das eine Prozent ist das zur statistischen Größe zusammengeschrumpfte, unpersönliche, aber im je besonderen Fall immer konkrete Opfer, das gebracht werden muß, damit die restlichen 99 es mit der Borniertheit und Stumpfheit ihresgleichen aushalten. Bei aller Unduldsamkeit gegenüber Kritik und Geist ähneln die Protagonisten der „Occupy“-Bewegung den diversen Umwelt-, Bildungs- und Bahnhofsprotestlern allerdings darin, daß sie bislang erstaunlich gewaltlos geblieben sind und gut protestantisch mit „moralischen“ und sonstigen „höheren Werten“ argumentieren. Doch die Geschichte des Protestantismus selbst macht augenfällig, daß die ungetrübte Überzeugung, auf der richtigen Seite zu stehen und daher um keinen Zoll weichen zu dürfen, jederzeit in Barbarei umschlagen kann. Vor diesem Hintergrund wird der Vortrag die Wutbürgeraufstände hierzulande als Symptome einer immer offeneren (Selbst-)Vernichtungssehnsucht des depravierten Restbürgertums zu deuten versuchen.

Vortrag und Diskussion mit Magnus Klaue

Magnus Klaue ist freier Autor und publiziert u.a. in den Zeitungen Bahamas und Jungle World.

24.01.2012 Universität Jena, Hörsaal 8 // 19 Uhr

Vortrag am 20.12.

November 21, 2011

Die List der Unvernunft
Eine Analyse postmoderner Apologien des islamistischen Terrors

Gemeinhin gilt die Postmoderne als philosophisches Projekt der Vergangenheit. Man sei mittlerweile „viel weiter“, heißt es, wenn Kritik an ihr formuliert wird. Doch kann man sich bei näherer Betrachtung des Eindrucks nicht erwehren, dass hier die immer gleiche Melodie nur unter anderen Titeln variiert wird: eine Gegenaufklärung, die auf den „Tod des Subjekts“ abzielt und darin die objektive Tendenz des Kapitals affirmativ zum Ausdruck bringt. Ob man es nun „Dekonstruktion“, „différance“, „Alterität“, „Zweiheit“, „Diskurs“ oder, wie beim großen Vorbild Heidegger, einfach „Sein“ nennt – immer geht es darum, das Individuum ontologisch zum Verschwinden zu bringen. Diese ideologische Strategie führt postmoderne Philosophen fast automatisch an die Seite politischer Bewegungen, die in aller Konsequenz das, was an den Universitäten gedankenlos als kritische Meinung verkauft wird, in die Tat umsetzen: radikalislamische Gruppen, die den Tod des Subjekts – vor allem, wenn es jüdisch ist – und die Einrichtung einer totalitären Ordnung massiv vorantreiben.

Der Vortrag versucht mit den Mitteln der Ideologiekritik zu erklären, warum die von Theoretikern wie Foucault, Deleuze, Derrida, Badiou, Baudrillard, Agamben, Guattari, Butler u.a. offen ausgesprochene Sympathie für antisemitische Terrorbanden wie Hamas und Hisbollah kein ihrer Philosophie äußerlicher Zufall ist, sondern zutiefst in einer List der Unvernunft gründet, die sich theoretisch wie praktisch in der spätkapitalistischen Gesellschaft realisiert.

Vortrag und Diskussion mit Philipp Lenhard

Autor & Mitherausgeber des Sammelbandes
Gegenaufklärung – Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der Gesellschaft

20.12.2011 Universität Jena, Hörsaal 4 // 19 Uhr

Vortrag am 26.11.

Oktober 28, 2011

Israel, der „arabische Frühling“ und das iranische Regime

„Da ist was los, da gehen wir hin und machen mit“. Auf diese einfache Formel lassen sich die Reaktionen von der FAZ bis zu linken Blättern in Deutschland zu den Aufständen in der arabischen Welt bringen, die bezeichnenderweise mit einer Selbstverbrennung in Tunesien ihren Anfang nahmen. Unumstritten ist bei Kommentatoren und Freunden kommender Aufstände, dass es sich bei den Massenprotesten in Tunesien, Ägypten usw. usf. um Revolutionen handele.

Sicher führten die Proteste zum Sturz repressiver Regime. Doch der Austausch politischer Machteliten als Resultat eines Kampfes rivalisierender Rackets um Ressourcen und Machtpositionen ist keinesfalls Anzeichen einer Revolution. Es stellt sich die Frage, ob der Sturz der bisherigen Herrscher tatsächlich zu einer radikalen Umwälzung der sozialen Verhältnisse führt und wenn ja, wie diese aussehen wird.

Bislang gibt es kaum Anzeichen dafür, dass es überhaupt das mehrheitliche Bedürfnis seitens der Aufständischen gibt, die Herrschaft von Tradition, Familie und islamischer Zurichtung, also die Sehnsucht nach der autoritär-repressiven Nestwärme, zu hinterfragen, um sich aus der „Blutsurenge“ (Marx) zu befreien.

Der Vortrag wird versuchen, eine Einschätzung der bisherigen Entwicklung zu geben und insbesondere die Bedeutung der Umwälzungen in den diversen arabischen Ländern für den Expansionsdrang des iranischen Regimes und für die prekäre Situation Israels darzustellen.

Vortrag und Diskussion mit Stephan Grigat, Lehrbeauftragter für Philosophie und Politikwissenschaft an der Universität Wien.

Grigat ist Mitherausgeber der Bücher
„Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer“ und „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung.“

26.11.2011 Universität Jena, Hörsaal 9 // 19 Uhr

Vortrag am 10.11. // updated

September 28, 2011

Nichts gelernt und nichts vergessen.
Geschichte und Zukunft des Antizionismus in Deutschland

Irgendwann zwischen der Wannsee-Konferenz und der Gründung Israels verliert der Hass auf die Juden jedwede Geschichte. Danach gab es keine Antisemiten mehr: weil alle es sind. Der Antisemitismus wird zum logischen wie zum historischen Apriori, zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins der Deutschen. Was immer sich seitdem auch ereignet hat – es spiegelt den prinzipiellen Stillstand der Geschichte, den Bann, die Angstlust der erpreßten Versöhnung. So findet auch der Hass auf die Juden, egal, ob antisemitisch oder antizionistisch ausgebrüllt, keine neuen Worte mehr, sondern gehorcht jenem manischen Wiederholungszwang, dessen Vokabular in den Werken Adolf Hitlers gesammelt vorliegt. Es ist sein „Politisches Testament“ vom 29. April 1945, das seitdem abgearbeitet wird, sein letzter Wille, dem „internationalen Judentum und seinen Helfern“ den totalen Krieg zu erklären und dafür immer wieder aufs Neue im deutschen Staat die so klassenübergreifende wie die Klassen in sich aufhebende Volksgemeinschaft zu verschweißen, d.h. das Mordkollektiv, das in erlogener präventiver Notwehr dagegen sich erheben solle, daß „die Völker Europas wieder nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und Finanzverschwörer angesehen werden“. 1989, als die Wiedervereinigung der Antisemiten (BRD), die genötigt worden waren, mit Israel sich zu arrangieren, mit den Antizionisten (DDR), denen es nur erlaubt war, die Juden in Form der ‚Zionisten’ zu hassen, unvermeidlich wurde, waren alle formellen Bedingungen der deutschen Souveränität wiederhergestellt, die es möglich machen, Hitlers Testament doch noch zu vollstrecken, d.h. die HaShoah durch ihre Vollendung, Überbietung und restlose Vollstreckung an Israel ungeschehen zu machen: Der Rechtsnachfolger rüstet sich auf, nun auch mit gutem Gewissen, d.h. in souveräner Unschuld, der Gesellschaftsnachfolger zu sein. Denn erst der Tag, an dem es die Juden, außer in den Geschichtsbüchern, niemals gegeben haben wird, wird der Tag der vollendeten „Deutschen Revolution“ (Goebbels) gewesen sein. So trifft das paradoxe Resümee jetzt erst zu, das Eric Voegelin 1964 aus dem Verhältnis der Deutschen zu Hitler zog: „Nichts gelernt und nichts vergessen.“ Es ist diese irrsinnig redundante, penetrante Permanenz des Nullpunkts materialistischer Aufklärung, in dem der Wiederholungszwang sich breitmacht.

Vortrag und Diskussion mit Joachim Bruhn (ISF Freiburg)

Co-Autor u.a. des Buches
Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten. – Israel und die linksdeutsche Ideologie

10.11.2011 Universität Jena, Hörsaal 9 // 19 Uhr

 


An dieser Stelle sei noch auf ein Wochenendseminar (11. – 13.11.2011) mit Joachim Bruhn verwiesen: “Kapital und Souveränität – Einführung in die materialistische Staatskritik”

Erklärung der Association Pomme de Terre zur Verschiebung der Veranstaltung mit Justus Wertmüller am 29.06.2011

Juli 4, 2011

Das Jenaer Linkskartell

Wenn Linke gegen den Überwachungs- und Kontrollwahn des Staates Sturm laufen, dürfte dahinter weniger der Anspruch zur Verwirklichung „der offenen Gesellschaft“ als Bedingung der Möglichkeit für Kritik stehen. Vielmehr gibt es berechtigte Gründe zu der Vermutung, dass diese als Widerstand halluzinierten Aktivitäten das Bedauern darüber zum Ausdruck bringen, nicht über die Mittel und Möglichkeiten des Souveräns zu verfügen, um mit Hilfe der Interessenverbände namens Antifa, Antira und Anti[-setzen-Sie-ein-was-Sie-wollen] selbst Hand anlegen zu können, d.h. bei Bedarf eine weitere Sau durchs linke Dorf zu treiben. Nichts anderes als eine Staatsfixierung der Linken kann es bedeuten, wenn der Ruf nach direkter Demokratie, die Besessenheit auf Ehrenamt und Engagement als Mantra ertönen, nichts anderes also, als vorauseilender Gehorsam und Antizipation dessen, was künftig für das Gemeinwohl, das in Deutschland ein postnazistisches ist, von Interesse sein könnte.

Jena mag Provinz sein, der Vorstand des StuRa der Friedrich-Schiller Universität und die ihn dominierende Wahlliste „Stur-A-ktiv“, namentlich Stephanie Borck und Carola Wlodarski-Simsek, daneben auch Marcel Eilenstein, spielen mit ihren Freunden in der ersten Liga linksdeutschen Heimatschutzes. Dieser Heimatschutz zeigt sich in den Versuchen, den eigenen Machtbereich Universität gegen unliebsame Kritik zu immunisieren. Gegen eine Kritik, die, Adorno zufolge, sich nachgerade nicht um Konstruktivität zu sorgen hat, da sie dann keine mehr wäre. Daher wachen die Carolas, Stephanies und Marcels dieser Republik nicht nur in Jena darüber, wer zu welchem Thema sprechen darf und wer nicht, sie haben auch stets ein Auge auf die „wissenschaftliche Fundiertheit“ und – wer hätte es nicht geahnt – auf eine differenzierte Darstellung der Sache.

Der erste Streich dieses Gespanns, eine Veranstaltung mit Justus Wertmüller zu verhindern, datiert vom Februar dieses Jahres. Wir stellten einen Finanzantrag für einen Vortrag zum Thema Islamophobie. Justus Wertmüller war eingeladen, diesen Kampfbegriff auf seinen Wahrheitsgehalt und seine Implikationen hin zu untersuchen und darüber hinaus klarzustellen, dass dieser Begriff immer dann ins Feld geführt wird, wenn eine Kritik des Islam als rassistisch motiviert diffamiert werden soll. Als wollten sie die erwartete Kritik empirisch unterfüttern, lancierte die Troika des „Stur-A-ktiv“ den – mit keiner zusammenhängenden Textzeile aus der Feder des Bahamas-Redakteurs belegten – Vorwurf, Justus Wertmüller sei rassistisch weil islamophob, was letztlich den Ausschlag dafür gab, dem StuRa-Referenten, der stellvertretend für uns den Antrag auf Finanzierung stellte, die Gelder zu verweigern. Nach Machart eines Politbüros inszenierten die Nachwuchskader von „Stur-A-ktiv“ gar einen Gesinnungstest: Aus zusammengeschnippselten Textpassagen sollte der zum Rapport bestellte Referent den unterstellten rassistischen Gehalt diagnostizieren. Da dies ausblieb, war klar, dass der Referent ein Querulant sei, der sich der Erpressungssituation nicht beugen wolle. *

Gleichwohl: Der Versuch, den Vortrag im Februar zu verhindern, ging gründlich schief, denn 160 Leute folgten unserer Einladung. Für den Referenten, der den Finanzierungsantrag übermittelte, waren die folgenden Wochen wenig erfreulich. Er hatte sich zu rechtfertigen, als Privatperson die Veranstaltung besucht zu haben. Besonders erschwerend kam für ihn hinzu, dass er nicht widersprach, als das Treiben des StuRa-Vorstandes von Justus Wertmüller ganz konkret benannt wurde. Mit anderen Worten: Allen Ernstes verwahrten sich machthungrige Nachwuchskader, die jeden erdenklichen Unsinn produzieren und diesen auch für alle Öffentlichkeit sichtbar unterschreiben, dagegen, genau für diesen Unsinn auch in der Öffentlichkeit zur Verantwortung gezogen zu werden. Damit beanspruchen sie einen Artenschutz, den sonst nur die Vertreter der grünen Religion für sich in Anschlag bringen.

Unsere Ankündigung, Ende Juni einen weiteren Vortrag mit Justus Wertmüller zum Thema Karriere und Engagement. Studium und Ehrenamt zu veranstalten, um diese Zustände zu thematisieren, versetzte die Jenaer Linke in helle Aufregung. Die namentliche Nennung jener Leute im Ankündigungstext, deren selbst auferlegte Verantwortung darin besteht, Zensur auszuüben und Loyalität zu erpressen – siehe der Vorwurf der mangelnden Kollegialität und des fehlenden Zugehörigkeitsgefühls an den mittlerweile ausgeschiedenen Referenten – blieb in Vorbereitung der Veranstaltung nicht ohne Folgen. Zunächst weigerte sich der für die Raumvergabe Verantwortliche an der Universität, eine Veranstaltung, in der das Bedürfnis nach studentischem Engagement als staatsbürgerlicher Reflex kritisiert werden sollte, in den Räumlichkeiten der Hochschule stattfinden zu lassen, weil das – man höre und staune – Konfliktpotential enthalte, politisch motiviert sei und die Neutralität der Universität gefährde. Inwiefern diese Entscheidung auf die Initiative des StuRa-Politbüros zurückgeht, ist Spekulation. Ein zweiter, bereits zugesagter, Raum im Kulturbahnhof wurde kurzfristig abgesagt, und hier liegen belegbare Hinweise vor, dass diese Absage nicht ohne Zutun eines bzw. einer der im Ankündigungstext Benannten zustande gekommen wäre. Ganz sicher belegbar ist jedoch, dass die Sperrung unseres Blogs bei blogsport.de auf das Konto jenes Blockwärtervereins geht, der in Jena „Stur-A-ktiv“ heißt und einem alternativen Amt für Verfassungsschutz gleicht.

Nach zwei vergeblichen Versuchen, angemessene Räume zu buchen, blieb als Ausweg die Gaststätte „Ratszeise“. Da im privatgeschäftlichen Bereich die Klüngeleien des Linkskartells für gewöhnlich bedeutungslos sind, griffen die Feinde der Kritik auf ein anderes Repertoire zurück: Per E-Mail wurde dem Betreiber mitgeteilt, dass es sich um eine rechtsextreme Veranstaltung handele und es wurde ein Bedrohungsszenario entworfen, wonach mit wirtschaftlichen Einbußen zu rechnen sei, sollte an der Zusage der Räumlichkeiten festgehalten werden.

Mag Jena Provinz sein, in Sachen Zensur, Kolportierung von Gerüchten und bewussten Lügen, im Pochen auf garantiert kritikfreies Diskursgeschwätz und in der Sicherung der Scholle vor Eindringlingen steht „Stur-A-ktiv“ mitsamt seinen Freunden den Heimatschutzkommandos in Hamburg, Leipzig, Bonn, München und jüngst in Marburg in nichts nach, wenn es gilt, sich gegen ideologiekritische Zumutungen zu wehren.

Dagegen gilt es Standards zu setzen: Wir werden uns nicht daran hindern lassen, in Jena Vorträge zu veranstalten, die den linken Konsens, der schon immer ein zutiefst deutscher war, kritisieren. Justus Wertmüller wird in Kürze ein zweites Mal sprechen. Andere werden ihm folgen.

Weiteres dazu in den nächsten Tagen unter http://associationpdt.wordpress.com.

Association Pomme de Terre

Jena, 4. Juli 2011


* Vgl. zum Vorstehenden die Mitschrift der StuRa-Sitzung vom 8. Februar 2011 unter:
http://www.stura.uni-jena.de/wp-content/uploads/file/protokolle/gremiumssitzungen/2011/2011-02-08 – Mitschrift.pdf

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