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Flugblatt zum Gaza-Gedenken

Juli 31, 2014

Am 30. Juli luden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Lehrstuhls für Sozialpsychologie an der FSU Jenaer Studenten und Bürger zum „gemeinsamen Gedenken der Toten in der Gaza-Region“ ein. Unter dem Motto „Wir können das Töten von Jena aus nicht beenden“ wurden Kerzen angezündet und „Beileidsbekundungen in Form von Briefen, Karten oder Blumen“ getauscht.

Die Ankündigung und ein Zeitungsinterview zeigten, was die zivilgesellschaftlichen Jung- und Altwissenschaftler umtreibt: eine abstrakte Friedenssehnsucht, die sich in falscher Äquidistanz übt und bereits einen oberflächlichen Vergleich der Parteien scheut. Die dabei bemühte hochnotpeinliche Versöhnungsrhetorik missachtet ihre konkrete Implikation – nämlich, dass Israel mit seinen Todfeinden über die Bedingungen der eigenen Abschaffung verhandelt. Die APDT kam nicht umhin, diesem Treiben mit einem Flugblatt zu begegnen.

Vor Ort konnten wir uns dann davon überzeugen, dass den studierten Sozialpsychologen jeder kritische Begriff von der eigenen Wissenschaft abhanden gekommen und ihr Engagement somit längst zur Therapie in Permanenz für alle Beteiligten geworden ist.

SIE KÖNNEN DAS TÖTEN STOPPEN!

Sie sind heute Abend der Einladung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Lehrstuhls für Sozialpsychologie der Universität Jena gefolgt, um sich genau wie die Einladenden darüber zu versichern, dass Sie „das Töten von Jena aus nicht beenden“ können und dass die Frage im Raum steht, welchen Einfluss man als ohnmächtiger Jenaer Freund der Zivilgesellschaft auf der großen Bühne des Weltgeschehens im Nahen Osten hat. Diese Frage ist glücklicherweise dergestalt entschieden, dass Sie ihre pazifistischen Ressentiments nur auf Jenas Straßen austoben und dies keine Auswirkungen auf die Verteidigungsfähigkeit Israels hat.

Doch wir setzen voller Optimismus auf ihre Lernfähigkeit, und die scheinbar verzwickten Dinge liegen oftmals einfacher, als Sie denken. Wir wollen uns also nicht weiter mit der müßigen Frage aufhalten, warum Sie für über 150.000 Tote in Syrien keinen Gedenkabend veranstalten, wieso die tausenden von dschihadistischen Mörderbanden im Irak, in Nigeria und in Somalia Abgeschlachteten für Sie höchstens eine Randbemerkung darstellen, wieso die ungezählten im Mittelmeer ersoffenen Flüchtlinge Ihnen keine Kerze der Betroffenheit entlocken. Stattdessen wollen wir Ihnen ein paar konstruktive Vorschläge mit auf den Weg geben.

Ein erster Schritt wäre, dass Sie ihre Friedenssehnsucht zu den Akten legen und sich der Gewissheit entledigen, wonach Israels bewaffnete Selbstverteidigung gegen die Vernichtungswünsche und -taten seiner vom Antisemitismus getriebenen Feinde die größte Gefahr für den Weltfrieden sei. Setzen Sie sich dafür ein, dass die Hamas, die die palästinensische Bevölkerung in Geiselhaft nimmt, zerschlagen wird – und nicht etwa für eine Waffenruhe, die den Terrorbanden lediglich zur Auffüllung ihrer Waffenlager dient! Erheben Sie ihre Stimme, damit Fördergelder der EU nicht dafür verwendet werden, dass in palästinensischen Schulbüchern zur Vernichtung des jüdischen Staates aufgerufen wird!

Nehmen Sie den Slogan „think global, act local“ einfach Ernst und richten Sie ihr Augenmerk auf den Oberbürgermeister Albrecht Schröter, der Ihnen als antifaschistischer Leithammel gegen Rechtsextremismus bestens bekannt sein dürfte. Durchbrechen Sie ihre Denkblockade und besetzen Sie zahlreich Wahllokale, Straßen und Plätze, um zu verhindern, dass dieser „Entscheidungsträger“, der sich an einer Konferenz beteiligte, die Fatah und Hamas als „Partner für den Frieden“ zurecht log und der unter Verweis auf antizionistische Alibijuden zum Boykott israelischer Waren aufruft, zur nächsten Wahl wieder als Sieger vom Platz geht! Das wäre ihr ganz persönlicher Beitrag dazu, pazifistische Fürsprecher der palästinensischen Sache, die der Fatah nach die „vollständige Befreiung von Palästina und die Ausrottung der zionistischen wirtschaftlichen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz“ zum Gegenstand hat, aus dem politischen Verkehr zu ziehen.

So lange es auf Seiten der Palästinenser keine ernstzunehmenden politischen Kräfte gibt, die sich diesem offen propagierten Vernichtungsprogramm widersetzen, so lange bedeutet jede Verhandlungsaufforderung an Israel, jeder Ruf nach Frieden also, die mehr oder weniger offene Kollaboration mit dem antisemitischen Terror, der wiederum all die Toten, derer Sie heute gedenken, zu verantworten hat.

Sollten Sie den Wunsch verspüren, einen ganz persönlichen Beitrag dafür zu leisten, dass in Gaza und den Autonomiegebieten andere wünschenswerte Perspektiven für Kinder und Jugendliche als die des Berufspalästinensers denkbar werden, was eine Zerschlagung der antisemitischen Terrorbanden zur Voraussetzung hätte, so geben Sie all Ihre Ersparnisse den israelischen Streitkräften.

Association Pomme de Terre / Jena, 30. Juli 2014

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