Vortrag am 20.12.
Die List der Unvernunft
Eine Analyse postmoderner Apologien des islamistischen Terrors
Gemeinhin gilt die Postmoderne als philosophisches Projekt der Vergangenheit. Man sei mittlerweile „viel weiter“, heißt es, wenn Kritik an ihr formuliert wird. Doch kann man sich bei näherer Betrachtung des Eindrucks nicht erwehren, dass hier die immer gleiche Melodie nur unter anderen Titeln variiert wird: eine Gegenaufklärung, die auf den „Tod des Subjekts“ abzielt und darin die objektive Tendenz des Kapitals affirmativ zum Ausdruck bringt. Ob man es nun „Dekonstruktion“, „différance“, „Alterität“, „Zweiheit“, „Diskurs“ oder, wie beim großen Vorbild Heidegger, einfach „Sein“ nennt – immer geht es darum, das Individuum ontologisch zum Verschwinden zu bringen. Diese ideologische Strategie führt postmoderne Philosophen fast automatisch an die Seite politischer Bewegungen, die in aller Konsequenz das, was an den Universitäten gedankenlos als kritische Meinung verkauft wird, in die Tat umsetzen: radikalislamische Gruppen, die den Tod des Subjekts – vor allem, wenn es jüdisch ist – und die Einrichtung einer totalitären Ordnung massiv vorantreiben.
Der Vortrag versucht mit den Mitteln der Ideologiekritik zu erklären, warum die von Theoretikern wie Foucault, Deleuze, Derrida, Badiou, Baudrillard, Agamben, Guattari, Butler u.a. offen ausgesprochene Sympathie für antisemitische Terrorbanden wie Hamas und Hisbollah kein ihrer Philosophie äußerlicher Zufall ist, sondern zutiefst in einer List der Unvernunft gründet, die sich theoretisch wie praktisch in der spätkapitalistischen Gesellschaft realisiert.
Vortrag und Diskussion mit Philipp Lenhard
Autor & Mitherausgeber des Sammelbandes
Gegenaufklärung – Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der Gesellschaft 
20.12.2011 Universität Jena, Hörsaal 4 // 19 Uhr